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Das St.Galler Modell für Destinationsmanagement

Das St.Galler Modell für Destinationsmanagement® (kurz: SGDM) vermittelt eine marktorientierte, realitätsnahe und zukunftsträchtige Perspektive auf die Entwicklung touristischer Destinationen. Das Modell ermöglicht in sechs Schritten strategisch relevante Besucherströme (SBS) zu identifizieren. Diese gemeinschaftlich geführten Ströme überwinden alte Grenzen und prägen die Wettbewerbsfähigkeit der ganzen Destination.



Weshalb ein neues Modell für Destinationsmanagement?

Viele touristische Leistungsträger und Organisationen orientierten sich bisher zu wenig an der Nachfrage. Angebote wurden an den Reisemotiven und am Reiseverhalten vorbei entwickelt.

Das St. Galler Modell für Destinationsmanagement (kurz: SGDM) nimmt sich dieser Herausforderung an und zeigt neue Lösungswege auf. Dazu greifen wir auf Umsetzungserfahrungen in gegenwärtig rund 30 Destinationen, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zurück.

Das SGDM ist konsequent an der touristischen Nachfrage ausgerichtet. Strategische Besucherströme (kurz: SBS) sind die zentrale Planungseinheit des neuen Ansatzes. Sie bilden das variable Verhalten und die Motive gegenwärtig und zukünftig relevanter Besuchergruppen im Destinationsraum ab. Das Abbilden ermöglicht Destinationsplanern und Entscheidungsträgern die Vielfalt und Vielschichtigkeit der touristischen Nachfrage besser zu erfassen und zu bearbeiten. Zusätzlich werden zentrale Akteure erfasst, welche die Vermarktungsprozesse auf Angebots- und Nachfrageseite wesentlich beeinflussen. Gemeinschaftlich und dennoch fokussiert wird mit diesen Akteuren die Basis für eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit touristischer Destinationen geschaffen.

Das Modell berücksichtigt, dass eine Destination aus Gästesicht nicht eindeutig abgegrenzt werden kann. Die darin teilnehmenden Akteure und Organisationen müssen somit nicht zwingend eine einheitliche Vision und Strategie verfolgen. «Der Markt» kann nicht immer direkt durch die Anbieter beeinflusst werden.

Was ist das St.Galler Modell für Destinationsmanagement und wie funktioniert es?

Das SGDM ist ein Modell zur Destinationsplanung und -entwicklung. In der praktischen Umsetzung beruht es auf sechs Schritten:

  1. Reiseströme identifizieren und strategische Besucherströme (SBS) definieren, zeichnen und beschreiben;
  2. Variable Geometrie durch Überlappung der SBS erstellen und diskutieren sowie das SBS Portfolio beurteilen;
  3. Nachfrage- und Angebotsnetzwerke analysieren und deren Stellhebel und Einflussmechanismen rekonstruieren;
  4. Management- und Marketingprozesse pro SBS mit zentralen Akteuren beschreiben und Aufgabenteilung vornehmen;
  5. Abstimmung von Aktivitäten und Projekten verschiedener Akteure und Organisationen entlang der SBS sowie Ressourcen und Kompetenzen planen und einsetzen;
  6. Aktualisierung der SBS, der Management- und Marketingprozesse und des Ressourceneinsatzes
    sowie laufende Moderation der Lern- und Entscheidungsprozesse auf Destinationsebene.

Wer wird mit dem neuen Modell angesprochen?

Das SGDM richtet sich an Vertreter von touristischen Leistungsträgern (Hotellerie, Gastronomie,Bergbahnen, Attraktionsbetreiber etc.), von Tourismusorganisationen und staatlichen Institutionen.
Für Forschende und Studierende bietet das SGDM eine neue, dynamische Sicht auf das Destinationsmanagement als Management dynamischer Netzwerke. Weitere Informationen zu laufenden Forschungsarbeiten vermittelt die Konferenz «Advances in Destination Management» sowie die akademischen Publikationen im Downloadbereich. 

Für Rückfragen steht Prof. Dr. Pietro Beritelli gerne zur Verfügung.

Schlüsselpublikationen zum Thema:

Seit Anfang März 2015 finden Sie auf der englischen Seite eine aktualisierte und erweiterte Auflage als Hardcover und Amazon Kindle eBook.

The New Frontiers of Destination Management: Applying Variable Geometry as a Function-Based Approach